Im Juni 2022 durfte ich eines der berührensten Verbindungen zwischen einem Menschen und Wildtieren hautnah erleben. Lesen Sie hierzu auch meinen Reisebericht mit vielen Bildern von Geierpersönlichkeiten, die ich dabei fotografieren durfte.

Manuel widmet sich seit seinem 9 Lebensjahr den wilden Geiern. Seine Faszination, Liebe und Begeisterung zu den Geiern beeinflusste auch seine berufliche Laufbahn. Mittlerweile ist er seit über 40 Jahren als weltweit anerkannter Ornithologe tätig und ein absoluter Geier-Experte, der international anerkannt und bekannt ist.

Mit ihm dort auf einem Felsen zu sitzen und zu beobachten wie er und die Geier miteinander kommunizieren ist ein absolut berührender Gänsehautmoment. Einige Geier kennt er seit 30 Jahren und ca. 20 Geier haben einen Namen von ihm bekommen. Er kann die unterschiedlichen Persönlichkeiten mühelos erkennen.

Sie sehen nicht so niedlich wie Pandas aus und vielleicht fällt es daher vielen Menschen schwerer sich für ihren Schutz einzusetzen. Man unterstellt ihnen ungehobelte Tischmanieren und Hauen und Stechen während sie am Aas sind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall und dafür ist es wichtig und gut, dass es Menschen wie Manuel und seine Organisation gibt, die Menschen die Geier näher bringen. Denn sie leben sozial in Gruppen und Manuel erzählt uns, dass wenn es weniger Nahrung gibt, jeder Geier kleinere Portionen nimmt. So bekommt jeder etwas ab. Da können wir Menschen uns eine Scheibe von abschneiden!

Ohne Aasfresser würden wir alle schlimme Krankheiten bekommen und das Wasser wäre durch die Verwesungskeime verseucht. Wir sollten ihnen daher extrem dankbar sein und sie schützen und ihren Lebensraum erhalten. Genau deshalb gehen 50 € jedes Teilnehmers unserer Wandertour an diese Organisation.

Ohne diese Futterplätze und der Einsatz dieser und vieler anderer NGOs, auch in anderern Ländern, wären die Geier längst ausgestorben!

Der 1986 gegründete Verein Friends of the Vulture Fund (FAB) ist eine gemeinnützige Naturschutzorganisation, deren Zweck der Schutz, die Erhaltung und Verbreitung von Aasfressern und ihren Lebensräumen ist. Seine Hauptaufgaben sind die Erhaltung künstlicher Futterstellen für Geier, Schmutzgeier und Milane sowie Futterstellen für Bartgeier in den aragonesischen Pyrenäen und ihren Ausläufern. Keiner der Mitglieder dieser Organisation sucht Anerkennung oder irgendeinen wirtschaftlichen Nutzen in seiner Arbeit, bis zu 40 Jahre stille Hingabe an diese Aufgabe beweisen es. Dank dieser Naturschutzorganisationen wurde im Geierschutz bereits viel erreicht und lässt hoffen, dass sich die Populationen aller Geierarten weiterhin positiv entwickelt.

Denn eine große und besorgniserregende Reihe von Umständen oder Faktoren verursachte den starken Rückgang von Aasfressern im wesentlichen während des gesamten 20. Jahrhunderts. Einige scheinen unmöglich rückgängig zu machen, wie die Zerstörung ihrer Lebensräume und damit das Verschwinden von Herden wilder Huftiere, ihrer ursprünglichen Nahrung. Andere, wie die direkte oder indirekte Sterblichkeit durch den Menschen (Schüsse, Stromschläge, trophische Mängel, Gifte, Zwischenfälle im Fortpflanzungszyklus usw.) können und müssen sofort aufhören. Dafür ist es unerlässlich durch einen gemeinsamen Willen aller etwas dafür zu tun. Bildung ist zweifellos der Schlüssel, sowohl von der ländlichen Bevölkerung, als auch über die städtische Gesellschaft bis hin zu Politik. Der Orte wo der Entscheidungsfindung stattfindet und die allzu oft undurchlässig erscheint.