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      Hintergrundinformationen über die Geschichte der Garrano Rasse
      (wilde Berg-Ponies) im einsamen Norden Portugals:

      Laut einer Genetik-Studie und Vergleichen aus Höhlenzeichnungen, kann man nachweisen, dass die Garrano Wildpferde seit mindestens 20.000 Jahren in dieser Region vorkommen. Sehr wahrscheinlich sogar noch viel länger. Diese uralte Rasse trägt das Erbe des ursprünglichen iberischen Ponies. Einst ausschließlich Rappen und Braune mit einer Größe von ca. 1,35, extrem trittsicher, konkave Kopfform, schönes Exterieur, temperamentvoll und dabei freundlich und sanft. Sie klettern sicher wie Bergziegen und sind perfekt an diese Landschaft angepasst. Durch denselben Lebensraum mit dem Wolf haben Garranos sich sämtliche Urinstinkte zum Überleben bewahrt. Verschwindet eine der beiden Tierarten, wäre dies auch das Aus für seltene Pflanzen und viele andere Tiere. Denn nur durch das Gleichgewicht von Pflanzen-, und Fleischfressern, kann diese einmalige Landschaft existieren. 

      Erst seit 1993 als eigenständige Rasse staatlich anerkannt, obwohl nachweislich seit mindestens 20 000 Jahren dort ansässig, muss um ihr Überleben gebangt werden. Schätzungsweise existieren nur noch 1500 Garranos, von den Reinrassigen sind es noch weniger. Denn durch gedankenlos freigelassene Hauspferde haben sie sich gekreuzt und büßen dadurch überlebenswichtige Kriterien ein.

      Garrano-Pferde sind eine sehr alte Präsenz in Portugal, sie sind ein integraler Bestandteil der hohen Berge des Minho.

      Die Entdeckung der Überreste von Eohippus im Jahr 1867 - dem ältesten direkten Vorfahren des Pferdes heute, 65 Millionen Jahre alt - ermöglichte es, eine direkte Verbindung zur Evolutionsgeschichte zum ersten Equus caballus herzustellen, die etwa 1 Million Jahre zurück liegt.

      Während des Mittleren Paläolithikums wurde das prähistorische Leben durch die Abkühlung durch das Auftreten von Vereisungen dramatisch verändert. Vor allem während der letzten Eiszeit (Würm) war die damalige Fauna zu mehreren Wanderungen gezwungen.
      Einige Tierarten sind dem Vormarsch und Rückzug des Eises auf dem europäischen Kontinent gefolgt, wie Rentiere. Die Ponys Nordeuropa stammten von Equiden, die ebenfalls dieser dynamischen Population folgten.
      Andere Pferde machten sich auf der Suche nach einem günstigeren Klima auf den Weg nach Südeuropa.

      Diese Phänomene der geografischen Modellierung betrafen nur kleine Gebiete innerhalb des heutigen Portugals. In Spanien gab es kleine lokale Vereisungen in den kantabrischen Bergen und den Bergen Asturo-Leonese. So war es möglich, dass eine Gruppe von Pferden sich auf der Halbinsel Ibérica ansiedelten.
      Es ist dieser Kern, von dem die aktuellen Pferde stammen.
      Die Garranos sind daher ursprüngliche Pferde auf der iberischen Halbinsel seit der Quartärzeit.

      In der Paläolithischen Kunst liefern mehrere Zeugen Beweise für die Anwesenheit des Garrano auf der Halbinsel seit dem Jungpaläolithikum, vor allem Magdalénien Kunst mit seiner umfangreichen Darstellung und dem Realismus. Schöne Gemälde und Stiche in den Höhlen von Altamira und La Pasiega (Santander, Spanien), 20.000 v. Chr. datiert, zeigen die Pferde wenig korpulent, kurzes, dickes Fell und gerade oder konkaves Kopf-Profil, ein wahres Bild der heutigen Garranos.

      Das Pferd, das durch die natürliche Umgebung selektiert wurde, hat sich im Laufe der Zeit so gut angepasst. Durch seine besonderen Fähigkeiten und bedingt durch seinen Gebrauch durch Menschen- wie Transport in Bergregionen, Arbeits-, und landwirtschaftliche Arbeit, behielt es seine Eigenschaften von der Antike bis heute bei.
      Die Römer haben uns die ersten schriftlichen Erwähnungen der Garranos hinterlassen, die auf ihre Schnelligkeit und Gutmütigkeit hinweisen. Gut an die Bergwege angepasst, wurden mit ihnen Post und Fracht transportiert.

      Die Invasion der Iberischen Halbinsel durch germanische Völker (Westgoten, Goten, Vandalen und Sueben) hatte keinen großen Einfluss auf diese Pferde, da die Eroberungen zu Fuß mit einer reduzierten Unterstützung von Pferden gemacht wurden.

      Im Mittelalter sind sie in den Gesetzen von Portugal erwähnt und der Handel blieb aktiv zwischen der Halbinsel, Irland und England. Das Pferd, das in der Lage ist, am Berg zu leben, ist am geeignetsten für landwirtschaftliche Arbeiten, da es in dem ländlichen Leben und der regionalen Folklore aktiv integriert ist.

      Dieses wilde, kleine Pferd, das seit jeher auch als Haus-, und Arbeitspferd Verwendung fand, ist ein Pferd mit rustikalem Profil und entsprechend der Eignung für die landwirtschaftliche Arbeit, war es auch Teil der Entdeckung neuer Welten. Durch die portugiesischen Eroberer, half es bei der Erkundung neuer Kontinente und half neue Pferderassen auf diesem Kontinent hervorzubringen. Noch zu spüren in Ländern wie Mexiko (Galiceño) und Brasilien (Kreolisch). Mit dem gleichen Vorzug wie in Portugal, transportiert es auch hier Lasten ebenso wie Ärzte, Priester, Herren des Adels und die Menschen der einfachsten Leute.
      Doch es bleibt das Pferd aus den portugiesischen Bergen…

      Ich bin seit vielen Jahren regelmäßig in Portugal, um diese Wildpferde zu beobachten. Durch meine schicksalhafte Geschichte mit dem ehemaligen Wildpferdefohlen Lobito und der berührenden Begegnung mit einem australischen Wildpferd, auf einer einjährigen Weltreise in die Welt der Pferde, bei der ich erlebte, wie wir mit unseren Vorfahren der Hauspferde umgehen, ist mir der Schutz so wichtig! Sie haben unseren Respekt verdient. Denn unsere kultur-historische Entwicklung wäre längst nicht so hoch entwickelt ohne die unsere Pferde!!!

      Anmerkung: Biologen bezeichnen oft als die einzig echte Wildpferderasse die Przewalski-Pferde. Daher ist uns wichtig abschließend folgendes zu erwähnen:

      Anders als die Przewalski Pferde  wurden die Garranos bisher nie ausgerottet. Sie konnten durchgehend seit 40 000 Jahren ihre Urinstinkte verbessern und bewahren.

      Während die heutigen freilebenden Przewalski-Pferde aus ausgewilderten Zootieren bestehen und bei ihrer Wiederansiedelung erst lernen mussten sich in ihrer ursprünglichen Heimat zurecht zu finden.

      Doch solche Streitigkeiten unter Biologen, ob Garranos auch echte Wildpferde sind oder nicht, sind für uns nicht relevant. Uns interessiert den letzten noch lebenden wilden Garranos eine sichere Heimat gemeinsam mit den Wölfen zu erhalten und uns Menschen zu ermöglichen diese einzigartige Symbiose von Pferd und Wolf in einem Lebensraum respektvoll noch lange erleben zu können. Hierzu lesen Sie bitte auch den aktuellsten wissenschaftlichen Stand, der unsere These untermauert!

      Wenn Sie etwas für die Pferde tun möchten, schauen Sie bitte bei den Artenschutzprojekten nach, oder in meinen beiden Shops unter Punkt Blog. Um diese Wildpferde unter Begleitung von lokalen Experten zu erleben, können Sie unsere Wildpferdebeobachtungsexkursion mitmachen. Es ist uns eine Herzensangelegenheit diese Wildpferde zu schützen und auf respektvolle Art und Weise Menschen in ihren Lebensraum mitzunehmen.

      Meine Geschichte mit Lobito, dem Wildpferd!