Ein gefütterter Bär ist ein toter Bär!
Diese Schilder findet man sehr häufig in Nordamerika! Und es ist kein Spaß, dort wird wirklich ein Bär erschossen, den Menschen aus Ignoranz, Egoismus, Dummheit oder einfach nur Unwissenheit angefüttert haben!!!
Das Thema Anfüttern hat mich ein ganzes Jahr sehr prägend auf meiner Weltreise begleitet, als ich 1 Jahr mit dem Rucksack außerhalb Europas unterwegs war und meine Zeit draußen in der Natur verbrachte. Dabei ging es nicht nur um Bären, auch Wölfe, Dingos, Haie, Krokodile, Wallabys, oder oder oder.
Die Liste ließe sich noch um einiges fortführen. Mal wurden sie gefüttert, weil man sie aus der Nähe sehen wollte, dann wieder um den Kick zu haben, wenn einem ein Hai einen Fisch aus Hand nimmt, oder weil das Wallaby so niedlich neben dem Tisch sitzt beim Frühstück auf dem Campingplatz.
Der „Preis“ für das Anfüttern
Und egal um welches Tier es sich handelte, sie alle haben dafdür sehr oft mit ihrem Leben bezahlt Die Wallabys, weil sie qualvoll am Weißbrot eingingen, die großen Beutegreifer, weil sie dadurch die Scheu vor den Menschen verloren und man sie aus „Vorsorge“ tötete, oder das Krokodil, weil die Menschen ihm beibrachten bei Krokodil-Bootstouren aus dem Wasser zu springen,um ein totes Huhn von der Angel zu rupfen – für spektakuläre Fotos!
Leider unterschied es nicht, wenn am nächsten Tag ein kleines Ruderboot mit einem Angler seinen Fisch rausholen wollte und das Krokodil ebenfalls hochsprang um den Fisch zu ergattern, dabei das Ruderboot kenterte und der Angler gleich mit als Mahlzeit endete! Die Schlagzeilen lauten dann: Bestie tötet Mensch! Keiner erzählt jedoch warum dieses Krokodil so ein untypisches Verhalten gezeigt hat und wo eigentlich unsere Verantwortung lag bei diesem tragischen Unfall, der sowohl dem Angler, als auch dem Krokodil das Leben kostete, wenn es dafür erschossen wurde!
Ich habe so viele solcher Beispiele auf meiner Weltreise gesehen, dass ich mir schwor, ich möchte irgendetwas tun, um Menschen dafür zu sensibilieren sich respektvoll in der Natur zu bewegen, nicht zu manipulieren und vor allem die Wildtiere nicht in Gefahr zu bringen! Letztendlich war daher genau dieses Thema der Anlass mein bisheriges berufliches Leben hinter mir zu lassen und Pelenfaenger zu gründen! Denn was gibt es Schöneres, als Menschen durch respektvoll durchgeführte Reisen für die Natur und ihre Bewohner zu begeistern und zu sensibilieren!
Gerade jetzt ist auch das Thema in Deutschland sehr präsent, in allen Medien und sozialen Netzwerken, in Form des Wolfes GW2672 aus dem Schwarzwald, ganauer aus Hornisgrinde!
Die Menschen, die aus Eigennutz Wildtiere anfüttern, nehmen billigend in Kauf, dass dieses Tier durch ihr Fehlverhalten getötet wird. Sie riskieren außerdem, dass diese Tiere schneller Opfer von Jägern werden, weil sie Menschen mit Futter verbinden und oft nicht gleich fliehen beim Erscheinen von Menschen!
Daher ist bei Perlenfaenger ein Hauptaugenmerk keine Wildtiere zu manipulieren, nur damit Gäste diese Tiere zu Gesicht bekommen. Wenn eine Sichtung passiert, ist das ein Geschenk der Natur, aber es darf nicht erwartet werden!
Negative Beispiele von angefütterten Wildtieren!
Dazu zählt eben auch, dass ich mich nicht in den Lebensraum der Wildtiere begebe mit unlauteren Absichten. Oder wie im Fall in Hornisgrinde, vermeide ich es mit einer läufigen Hündin in den Wald zu gehen. Und es sollte selbstverständlich sein, dass man den Wolf natürlich nicht anfüttert, ihm nachstellt oder ihn bedrängt!
Ein weiteres krasses Beispiel gab es letztes Jahr in Rumänien. Dort hat ein Motorradfahrer eine Bärin aus der Hand füttern wollen, die sich am Straßenrand mit ihren Bärenjungen aufhielt. Die Bären dort hatten bereits gelernt, dass Autofahrer Essen aus dem Fenster werfen, damit die Bären näher kommen! Der Motorradfahrer wurde von der Bärin getötet, woraufhin man die Bärin erschoß und ihre Jungen hilflos im Wald zurück blieben, man sie einfing und sie ab da ein Leben in Gefangenschaft verbringen müssen!
Das ist schon ein hohes Maß an Rücksichtslosigkeit, Ignoranz und auch Dummheit von diesem Mann gewesen. Es gibt weltweit generell immer weniger Gebiete, in denen die Wildtiere nicht durch uns Menschen beeinflusst werden und daher ist es umso wichtiger, dass wenigstens Nationalparks oder Naturregionen mit geschützten Tierarten für Menschen nicht überall zugänglich sein sollten! Man kann leider nicht auf das Verantwortugsbewusstsein aller Menschen setzen!
Härtere Strafen bei Verstößen sollten daher auch wirklich angewendet werden. Das ist zwar traurig für diejenigen, die sich respektvoll in der Natur bewegen und Wildtiere nicht stören, doch da die Mehrheit es leider nicht beachtet, kann es zum Schutz der Tiere oftmals eben nicht anders gehandhabt werden. Deswegen plädiere ich dafür, dass Menschen ausschließlich mit Rangern in einem Nationalpark, oder Biosphärenschutzgebiet unterwegs sein sollten. zum einenm erhalten die Gäste dadurch wirklich einen echten Einblick in dieses Ökogebiet, sie verstehen warum es geschützt werden sollte und es lassen sich fatale Eingriffe sofort unterbinden.
Wir haben viele andere Orte, um sich frei in der Natur bewegen zu können, wenigstens die Gebiete, die ein seltener Rückszugsort für Tiere und Pflanzen darstellen, sollten daher besonders geschützt und geschont werden!
Das Gleiche gilt für Veranstalter, die mit Teilnehmern in die Natur gehen, sie haben eine besondere Sorgfaltspflicht und Verantwortung der Natur gegenüber, den Spaß der Menschen nicht über das Leben der dort lebenden Wildtiere zu stellen.
Was kann jeder einzelne tun?
Daher meine Bitte: Seien Sie respektvoll und rücksichtsvoll in der Natur. Füttern Sie NIEMALS Wildtiere, auch keine Enten am Teich und keine Möwen am Strand! Die Enten werden durch das Brot krank und die Möwen werden sehr frech, so dass sich dann wiederum die Menschen über die Möwen ärgern, wenn sie ihnen ihr Brötchen direkt vor dem Gesichtr aus der Hand reißen. Seien Sie auch mutig und sprechen Menschen an, die das tun! Es kann ja sein, dass die Personen nur noch nie darüber nachgedacht haben. Sollten die es dennoch weiterhin machen, können diese Menschen nicht behaupten, es nicht gewußt zu haben ;-)
Buchen Sie bei geführten Touren ausschließlich bei Reiseveranstaltern, wie zum Besipiel bei Perlenfaenger, die sich respektvoll gegenüber der Natur verhalten und Wildtiere nicht anfüttern!
Hier erfahren Sie beispielsweise was Perlenfaenger ausmacht.
In dem Sinne, genießen Sie die Natur, aber immer mit Bedacht, Respekt und einem passiven, neugierigen Auge. Denn es gibt nichts Schöneres, als Wildtiere zu beobachten, die ihrem natürlichen Verhalten nachgehen…
Speziell zum Wolf GW2672:
Die Diskussion und das juristische Gezerre, ob er abgeschossen werden soll oder nicht, hat eine Diskussion in der Öffentlichkeit ausgelöst, wie zuvor kein anderer Wolf in Deutschland.
Denn der Wolf GW2672 hatte bereits sehr viele Nahbegegnungen mit Menschen, ohne bisher jemals ein aggressives Verhalten gezeigt zu haben, er hat weder Schafe gerissen, noch hat er sich sonst bislang etwas zu Schulden kommen lassen. Da ihn jedoch Menschen offensichtlich angegüttert haben und es leider auch Spaziergänger mit und ohne Hund gibt, die seine Nähe suchen, wird nun über einen vorsorglichen Abschuss debattiert… Dazu möchte ich Ihnen kurz meine Sicht und Erfahrung mitteilen:
Es gibt auch immer mal wieder die Wölfe, die zwar Menschen nahe kommen und dennoch nie gefährlich wurden. Das zu erkennen sollte unser Ziel sein, um sie nicht ungerechtfertigt zu töten.
Ein Beispiel ist der Wolf Romeo aus Alaska, der jahrelang kam um zwischen den Menschen mit deren Hunden zu spielen. (Anbei ein youtu.be Video von dem Mann, der ihn über Jahre dort erlebt hat):
Der in Alaska lebende Schriftsteller und Fotograf Nick Jans zeichnet die fesselnde Geschichte von Romeo, dem schwarzen Wolf von Juneau, anhand einer kommentierten Diashow, kurzer Videoclips und Lesungen aus seinem Bestseller „Ein Wolf namens Romeo“ nach.
https://youtube.com/watch?v=Szhc2wEKEJE&si=UzSPGDjvRLJNplny
Ein weiteres Beispiel ist die Wölfin Timish, die jahrelang bei Brasov (Rumänien) ihre Wurfhöhle hatte und nachts in die Stadt kam um Ratten zu jagen oder Essensreste für die Welpen gesucht hat.
Ich war selbst vor Ort an der mittlerweile verlassenen Wurfhöhle, zusammen mit Peter, meinem Kooperationspartner für unsere Rumänientouren, der über 11 Jahre dort im Large Carnivore Projekt unter anderem auch diese Wölfin beobachtet hat. Es gibt Filmaufnahmen, wie sie völlig entspannt auf dem Fußweg an Menschen vorbei läuft, die an der Bushaltestelle stehen und warten.
https://youtu.be/2DgUgS9DWqM?si=hmU4BuD46Kbm3E_d
Daher sollten wir sehr vorsichtig sein mit Stereotypen, wann welches Verhalten rechtfertig ein Tier zu töten! Genauso wie bei uns gibt es auch bei Wölfen individuelle Persönlichkeiten und Charaktere mit außergewöhnlichem Verhalten. Denn der Tod ist endgültig und darf niemals leichtfertig entcheiden werden!
Stattdessen sollte vermehr gerade in Nationalparks strikt auf das respektvolle Verhalten der Besucher geachtet werden, in Schulen und anderen Bildungseinrichtigungen darüber aufgeklärt werden, welche Folgen unser Fehlverhalten für die Natur und ihre Bewohner bedeutet und zu guter Letzt den gesunden Menschenverstand einsetzen, wenn man einem Wildtier begegnet.
