+49 4158 766 99 29 kontakt@perlenfaenger.com

Respekt vor Wildtieren

Es ist an der Zeit noch einmal einen Blogartikel zu schreiben, der sich erneut damit befasst, was wir darunter verstehen, wenn wir von respektvollen Naturtouren in der Welt der wilden Tiere sprechen, wenn man es wirklich ernst nimmt!

Warum schreibe ich das? Es gibt immer mal wieder, zum Glück sehr, sehr selten, Teilnehmer, die, obwohl wir auf unserer Seite an verschiedenen Stellen immer wieder darauf hinweisen, dass wir keine Garantie auf eine Wildtiersichtung geben, es nicht akzeptieren. Oberstes Gebot ist es die Tiere nicht zu stören, nichts zu unternehmen, was sie bedrängt, stört, beeinträchtigt oder sogar ihr Verhalten nachteilig verändert. Wir nehmen das an, was uns die Natur bietet und gerade dadurch sind zufälltige Begegnungen so berührend und etwas ganz besonderes. Jeder der das schon einmal erleben durfte, wird mir sicher zustimmen.

Was bedeutet respektvolles Beobachten von Wildtieren?

Sie garantiert echte authentische Erlebnisse und durch den Respekt zu den Wildtieren die größte Chance ihr Verhalten nicht zu verändern, so dass wir tatsächlich „keine Spuren“ hinterlassen!

Ich möchte daher gerade  auf Touren ins Reich der Bären eingehen. Vergangenes Jahr schrieb mir eine Teilnehmerin, die an der Arktistour mit der MS Nordstjernen nach Spitzbergen teilgenommen hatte, folgendes:

„Wir sahen Finnwal, Walrosse, Eisbär (allerdings sehr weit weg). Auf Kamtschatka waren wir bis auf 5/10m an den Bären heran.

Ich schrieb ihr daraufhin, dass es unser oberstes Gebot ist, sowohl die Teilnehmer, als auch die Bären zu schützen. Das heißt, wenn wir die Distanz unterlaufen, in der der Bär sich nicht bedroht fühlt, zahlt mit ziemlicher Sicherheit der Bär mit seinem Leben für unsere Unvernunft und Respektlosigkeit! Gerade Eisbären haben ein anderes Jagdverhalten. Da es keine Versteckmöglichkeiten gibt, wie bei den Braunbären, tun sie so, als ob sie sich nicht interessieren, um dann urplötzlich anzugreifen. Nur so haben sie überhaupt eine Chance auf Beute. Das bedeutet jedoch noch größere Distanz und Wachsamkeit von uns, auch um das Leben des Bären zu schonen und ihn nicht in einer Notfallsituation erschiessen zu müssen.

Ich hatte gehofft, dass sie es versteht. Doch ihre Antwort lässt dies für mich offen:

„Also auf 5m wollte ich auch nicht an einen Eisbären heran. Das ist schon ok. so, wobei 50/60m nicht schlecht gewesen wären.“

Worum geht es den Menschen, die unbedingt so nah wie möglich auch an gefährliche Wildtiere heran möchten? Sind es die Bilder, die sie zu Hause zeigen können? Ist es ein Nervenkitzel? Ist es eine gewisse Naivität die Situation nicht korrekt einschätzen zu können? Ist es vielleicht sogar eine gewisse Gleichgültigkeit in Kauf zu nehmen, dass das Tier getötet werden muss, hauptsache ein gutes Bild ist im Kasten?

Ich kann es nicht genau sagen, vielleicht ist es eine Mischung aus allem. Doch Fakt ist und bleibt, Respekt schütz die Tiere. Denn wenn sie durch unser Fehlverhalten gelernt haben: „Mensch bedeutet Futter“, kann dies bedeuten, sie müssen getötet werden.

Und das will sicher niemand! Daher schützt der Respekt und das Anerkennen vielleicht einmal keine Wildtiere gesehen zu haben, die Tiere und sichert Ihnen durch zufällige und authentische Begegnungen wirklich einzigartige und unvergessliche Momente in der Natur!

Beim Beobachten von Wildtieren ist wie gesagt Respekt besonders wichtig. Tiere in freier Natur dürfen nicht gestört, gefüttert oder verfolgt werden, da dies ihr natürliches Verhalten beeinträchtigt und Stress auslöst. Ein angemessener Abstand schützt sowohl die Tiere als auch den Menschen. Leises Verhalten und Rücksicht auf den Lebensraum helfen, die Natur zu bewahren. Wer Wildtiere respektvoll beobachtet, trägt dazu bei, ihre Lebensweise und ihren Lebensraum langfristig zu schützen.

Was haben die Teilnehmer davon, wenn man es mit Respekt macht?

Wildtiere zu beobachten, ohne den Anspruch, sie unbedingt sehen zu müssen, verändert die ganze Erfahrung. Man wird stiller, aufmerksamer für Geräusche, Spuren und Stimmungen der Natur. Statt auf den „Moment“ zu warten, in dem ein Tier auftaucht, entsteht eine ruhigere Verbindung zur Umgebung. Oft sind es gerade diese druckfreien Augenblicke, in denen sich plötzlich doch ein Tier zeigt – fast so, als würde es die Gelassenheit spüren.