Reisen mit Hund – eine gute Idee bei Wildtier und Naturreisen?

Da ich regelmäßig Anfragen erhalte, ob man zusammen mit dem Hund zu einer Naturreise kommen kann, möchte ich mich in diesem Blogbeitrag gerne diesem Thema widmen.

Hunde gehören seit meiner Kindheit als Familienmitglied selbstverständlich dazu und ich liebe sie. Und auch mit meiner Hündin Ambra, die leider nicht mehr lebt, bin ich sogar mehrere Monate im Landrover unterwegs gewesen und auch sonst hat sie mich fast immer begleitet.

Ich schreibe bewußt „fast“, denn es gab Ausnahmen und dazu zählen beispielsweise Reisen wo es um die Beobachtung von Wildtieren ging.

Wildtiere haben ein feines Gespür dafür sich potentiellen Feinden, wie Beutegreifern und hierzu zählen für Wildtiere auch Hunde, zu entziehen.

Das bedeutet, sie weichen weiträumig aus und lassen sich nicht blicken. Hinzu kommt, dass auf manchen Touren auch längere Beobachtungsstopps eingelegt werden, wo man sich an einem Fleck sehr leise und ruhig verhält, um die Chance auf eine Wildtiersichtung zu erhöhen.

Hierzu müsste sich der Hund absolut ruhig und gehorsam ablegen lassen. Er sollte weder bellen noch herumlaufen. Doch selbst wenn dies gegeben ist, bleibt der Faktor, dass Wildtiere durch ihre feinen Nasen den Hund wahrnehmen und sich zurück ziehen.

Auch für die Hundebesitzer selbst, stellt dies einen Stressfaktor dar. Sie konzentrieren sich stark auf ihren Hund, damit er sich ruhig verhält und haben selber von der Möglichkeit Wildtiere beobachten zu können, zumeist sehr wenig. Sie fühlen sich verantwortlich, wenn keine Wildtiere auftauchen, selbst wenn das auch ohne Anwesenheit eines Hundes so gewesen wäre – denn Wildtiere leben frei und unabhängig und eine Garantie sie zu sehen gibt es nicht bei respektvoll durchgeführten Wildtier und Naturreisen.

Ein anderer Aspekt sind fremde Hunde, die im Reiseziel entweder ihren Job als Hüte-, oder Herdenschutzhund tun, oder frei herumlaufen, einfach weil es in vielen Ländern ganz normal ist, dass die Hunde sich in Dörfern frei bewegen dürfen. Auch einige der Tourleiter haben ihre Hunde dabei, weil sie zum Beispiel ausgebildetete Spürhunde für Wolfskot, etc… sind. Daher ist es absolut erforderlich, dass Ihr Hund sozialverträglich ist und bei Hundebegegnungen ruhig und abrufbar bleibt.

Hinzu kommt, wenngleich dies eher selten ist, der Punkt, dass andere Teilnehmer allergisch auf Hundehaare reagieren, Angst vor ihnen haben oder sich ungehalten zeigen, sollte der Hund doch nicht so gut erzogen sein, wie die Besitzer dachten. Das alles birgt Beschwerdepotential und setzt auch die Naturführer unter Druck allen gerecht zu werden.

Aus diesen genannten Gründen sind leider bei vielen Wildtier und Naturreisen Hunde nicht zugelassen.

Welche Möglichkeit gäbe es dennoch zusammen mit seinem Hund eine Wildtier und Naturreise machen zu können?

Da Perlenfänger jedoch bei vielen Naturreisen auch individuelle Privatreisen möglich macht, bestünde hier gegebenenfalls die Möglichkeit eine Tour zusammen mit seinem Hund machen zu können. Selbstverständlich unter dem Wissen der oben genannten Punkte, die die Sichtungen von Wildtieren bei Anwesenheit von Hunden erschweren können. Selbstverständlich sollten allen Hundebesitzern klar sein, dass die Hunde immer angeleint bleiben müssen. Wir bewegen uns vielfach in Schutzgebieten und sind verantwortlich, dass die Wildtiere weder gejagt noch gestört werden.

Wem das alles klar ist und wer einen Hund hat, von dem er sagen kann, es ist möglich, prüfe ich natürlich sehr gerne, ob eine Privattour mit Hund zu Ihrem Wunschziel umsetzbar wäre.

Hunde sind tolle Wesen, die es verdienen auch im Urlaub auf ihre Kosten kommen zu können. Daher sollte sich jeder Hundebesitzer genau überlegen, ob die Wahl der Reise auch zu den Bedürfnissen des Hundes passt. Und auch Sie selber möchten ja etwas von dieser Reise haben und nicht zerrissen werden zwischen den Bedürfnissen des Hundes und den Anforderungen der Naturreise…

Wenn ich an meine Reisen mit Ambra zurück denke, bin ich sehr dankbar für die gemeinsamen Erlebnisse, die wir auf Wanderungen oder bei Begegnungen mit anderen Menschen und Tieren hatten. Doch eines war immer klar, ihre Bedürfnisse gehen vor wenn wir zusammen reisen. Daher war ich dann auch mit ihr individuell  unterwegs.

In diesem Sinne hoffe ich durch den Blogbeitrag mehr Klarheit gebracht zu haben, wie Sie mit Ihrem Hund auf Reisen gehen möchten.

  • Mit meinen Partnern aus Deutschland könnte man individuell abstimmen, ob es möglich wäre den Hund mitzubringen – für eine Privatreise. Wenn daran Interesse besteht, melden Sie ich gerne und wir schauen, was möglich wäre und was diese Privatreise kostet.
  • Erstellung eines Angebotes für eine Privattour
  • In diesem Link von Fressnapf finden Sie wertvolle, allgemeine Tipps und Hinweise zum Reisen mit Hund.

(Das schöne Beitragsbild von einer Huskyhündin und mir im finnischen Lappland wurde von Paul Stoll aufgenommen – Danke dafür. Die anderen Bilder stammen von mir von einer mehrmonatigen Reise durch Südeuropa mit meiner Berger de Picardie – Hündin Ambra. Sie hat mich 14,5 Jahre fast überall hin begleitet)