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      Copyright Texte und Bilder: Sabine Bengtsson / April 2018

       

       

      Die Einladung zur großen Reisemesse nach Jaipur in Indien kommt gerade passend. Seit geraumer Zeit stehe ich in Kontakt mit einem potentiellen Geschäftspartner, um Naturrundreisen durch indische Nationalparks ins Programm aufzunehmen. Das Dschungelbuch war schon als Kind eines meiner Lieblingsbücher, umso mehr freute ich mich, als die Einladung nach Indien kam und es sich vor allem mit einer anschließenden Inforeise in einen Nationalpark kombinieren ließ.

      Indien ist ein großes Land in Südasien mit einer äußerst vielfältigen Landschaft – von den Gipfeln des Himalayas bis zur Küste des Indischen Ozeans – und einer fünftausendjährigen Geschichte. 5 % der Gesamtfläche steht unter Schutz. Es gibt 85 Nationalparks, in denen in einigen sogar die Tigerpopulation zugenommen hat, obwohl gleichzeitig auch die Bevölkerungsdichte zunimmt. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Menschen nicht aufregen, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft Sumpfkrokodile, Tiger, Leoparden, Lippenbären und andere, zumindest aus Sicht vieler Europäer, gefährliche Tiere leben. So überrascht es dann auch nicht, als die Ministerin von Rajasthan mit Stolz auf der Eröffnungsfeier zur Messe berichtet: Es gäbe dieses Jahr noch keinen Toten durch einen Tiger.

      Mir gehen dabei die hysterischen Schlagzeilen durch den Kopf, wenn bei uns, auch nur von weiten ein Wolf gesichtet wird und das, obwohl es seit der Rückkehr vor 18 Jahren noch nie einen Vorfall mit einem Menschen gab!

      Es stehen 2 harte Tage bevor, von 10:00 - 18:00 sind jeweils im 15 Minutentakt Gespräche mit Ausstellern geplant. Es wird jedes Gespräch dokumentiert, so dass ich das Deposit von 300 USD nur zurück erhalte, wenn auch alle Gespräche stattfanden.
      Ich finde es fair, denn so wird garantiert, dass die Aussteller nicht umsonst die Zeit dafür frei gehalten haben.

      Bei meiner Ankunft in Delhi schlägt mir eine Temperatur von 41° entgegen. Meine Kooperationspartner haben alles perfekt organisiert. So werde ich am Flughafen abgeholt und mache meine erste Begegnung mit dem indischen Straßenverkehr. Es gibt keine Regeln, auf einer dreispurigen Straße fahren zum Teil 6-7 Autos nebeneinander, gemischt mit Motorrädern auf denen ganze Familien sitzen. Dazwischen Fußgänger, Hunde und zuweilen Kühe. Beim Überholen wird kurz gehupt, so dass der Andere weiß, man ist neben ihm. Das Hupen ist nicht aggressiv und man gewöhnt sich schnell daran. In der ganzen Zeit habe ich nicht einen einzigen Unfall gesehen.

      Der Weg zum Hotel führt an einigen Armenvierteln vorbei. Hier werden die Extreme deutlich. Die Menschen  leben unter Plastikplanen und in Verschlägen, umgeben von unsagbar viel Müll. An den Straßenrändern stehen Händler mit Obst und Gemüse sowie allerlei anderen Dingen, die zum Verkauf angeboten werden. Viele schlafen direkt auf der Erde, oder sitzen in kleinen Gruppen direkt am Straßenrand zusammen. Es wird deutlich warum der Mensch das Lebewesen ist, das sich weltweit so stark verbreiten konnte. Wir sind extrem anpassungsfähig und können selbst in den widrigsten Umständen überleben. Doch diese Menschen sind überwiegend fröhlich und lachen viel, angesichts ihrer Lebensumstände sollte man etwas anderes erwarten. Eines der großen Geheimnisse in Indien, welches man als Außenstehender sicher schwer bis kaum durchdringen kann.

      Das Stadtbild ändert sich auf der Fahrt, es wird grüner und sauberer, die Häuser sind gepflegt und oft mit einem hohen Zaun umgeben. Als ich das Hotel erreiche, lande ich in einer völlig anderen Welt, als noch vor wenigen Minuten. Es ist ein traditionelles 5-Sterne Luxushotel mit Parkanlage. Hier verbringe ich meine erste Nacht, bevor es morgen mit einem traditionellen königlichen Zug nach Jaipur geht.

      Der “Palace on Wheels” bereichert seit Januar 1982 den Indischen Tourismus. Das Konzept des Palace on Wheels wurde auf Basis der königlichen Fortbewegung der verwendeten Original-Waggons entwickelt. Sie dienten ursprünglich den ehemaligen fürstlichen Herrschern von Rajputan und Gujarat und dem Vizekönig von British India. Er hat 13 Schlafwaggons, 2 Restaurantwaggons, 1 Küchenwagon, 1 Clubwaggon und 4 Servicewaggons.

      Doch zuvor holt mich um 14:00 mein Stadtführer ab und wir erkunden Delhi. Es ist faszinierend und ich erfahre eine Menge über die indische Kultur und die Stadt Delhi. Was mir sofort auffällt, es gibt massenhaft Schwarzmilane in dieser quirligen Stadt. Sie haben sich auf Tauben spezialisiert. An vielen Ecken werden diese gefüttert und können sich so rasant vermehren. Wir besuchen einige Highlights und eine Anlage in der ein Fürst mit seinen zwei Frauen beerdigt ist. Im großen Park stehen zum Teil 300 Jahre alte Benjamini-Bäume. Sie sind riesig und sehr imposant. Mein Kleiner zu Hause, der bereits 30 Jahre alt ist, misst gerade mal nur 2 Meter Höhe.

      Pünktlich um 06:30 werde ich am nächsten Morgen abgeholt und wir fahren zur Bahnstation. Alles ist mit Blumen geschmückt und es liegt ein roter Teppich am Gleis. Jeder erhält eine Blumenkette um den Hals, einen roten Punkt auf die Stirn und ein indisches Tuch zur Begrüßung. Reiche Inder mit prachtvollen Saris lassen ihr Gepäck von ihrem Fahrer ins Abteil bringen. Eine Musikkapelle spielt und ich fühle mich zurück versetzt in die Zeit, als die königlichen Familien mit diesem Zug durch das Land reisten. Ich teile mir ein prachtvolles Schlafabteil mit einem eigenen Bad mit einer anderen Teilnehmerin. Jeder Waggon hat ein Wohnzimmer, prächtig verziert und mit mehreren Sofas. Um 12:00 geht es in den Restaurantwagen. Kellner in traditioneller Uniform mit roten Turban und weißen Handschuhen servieren das Essen. Währenddessen geht es vorbei an den Armenviertel Delhis. Ich fühle mich zwiegespalten hier zu sitzen in all der Pracht, während wir an Menschen vorbeifahren, die tagtäglich um das nackte Überleben kämpfen. Auch dies ist Teil der indischen Kultur, einmal in eine Kaste hinein geboren, gibt es keinen Weg hinaus. Heirat außerhalb der eigenen Kaste ist streng untersagt und wird auch heute noch geächtet, wenngleich es sich in den Städten aufzulösen beginnt.

      Der Zug rollt gemächlich durch die Landschaft. Es ist trocken und staubig, viele Ziegen-, und Kuhhirten ziehen mit ihren Tieren umher. Die Häuser sind klein, aber zum Teil sehr gepflegt. Sie verwenden auch heute noch Lehm und Schilf als Baumaterial. Das Leben als Bauer ist hart, daher gehen viele aus der Landbevölkerung in die Städte, um dort ihr Glück zu suchen. Doch die Meisten erkennen zu spät das dies eine Sackgasse ist, die nicht selten in den Armenvierteln endet. Zurück können sie nicht, denn ihr Landbesitz ist verkauft.

      Je näher wir unserem Reiseziel kommen, umso abwechlungsreicher wird die Landschaft. Berge tauchen auf und es erinnert mich zum Teil an eine Landschaft wie in Afrika.

      In Jaipur angekommen, geht es in unser Hotel. Auch hier prallen starke Gegensätze aufeinander. Im Hotel purer Luxus, während drumherum Bauarbeiter in kleinen Hütten wohnen und auf einfachen Bambusgerüsten die riesigen Häuser bauen. In schwindelerregender Höhe sitzen sie auf dem dünnen Gerüst und verrichten ungesichert ihre Arbeit.

      Die Messetage sind einerseits sehr spannend, aber auch sehr anstrengend. Ich habe viele tolle Gespräche und erlebe Menschen, die sich dafür einsetzen, dass auch im Tourismus die Nachhaltigkeit Einzug erhält. Vor allem kleinere Anbieter sind sehr engagiert zum Beispiel den Plastikmüll zu vermeiden, indem sie Wasser aufbereiten, mit Kräutern aufwerten und Mehrwegglasflaschen verwenden. Das ist auch dringend notwendig, denn genau wie bei uns gibt es fast nur noch Plastikverpackungen. Sie arbeiten mit Menschen vor Ort, bieten ihnen so eine Perspektive und unterstützen lokale Projekte für Bildung, Naturschutz oder der Unterstützung von Frauen.

      Am Ende vieler Gespräche erlebe ich eine positive Zustimmung darüber, wie ich nachhaltigen Naturtourismus verstehe und dass es für mich selbstverständlich ist, dass wir in der Touristikbranche eine große Verantwortung tragen. Ein gutes Beispiel ist der der Tiger. Er ist ein Zugpferd, doch diese Fokussierung trägt auch dazu bei, dass Reiseveranstalter aus dem Ausland Druck machen, damit die Gäste die Tiger auch sehen, oder dass sie ähnliche Verhältnisse vorfinden wollen für ihre Kunden, wie zu Hause. Was daraus entsteht, erfahre ich, als ich mit einem Anbieter über ein Gebiet im Norden Indiens spreche. Hier leben Schneeleoparden und die kleinen Dörfer haben kein fließendes Wasser. Es ist kostbar und daher verwendete man bislang Komposttoiletten und es gab traditionelle Küche. Durch den Einfluss von außen, vor allem jedoch durch amerikanische Touristen, werden nun Wasserspültoiletten verwendet und demnächst gibt es einen Mc Donald vor Ort. Mit dem Ergebnis, dass die Dorfbevölkerung, die auf den Tourismus angewiesen ist, nun zu wenig Trinkwasser für sich selbst hat und sicher mit einer starken Vermüllung durch das Fastfoodrestaurant zu rechnen ist. Die Menschen in Indien haben ein großes Bedürfnis Gäste glücklich zu machen. Daher liegt es vor allem in der Hand der Reiseveranstalter und der Gäste, dies nicht auszunutzen.

      Man möge mir verzeihen, dass ich hier sehr deutlich werde, doch ich werde wütend und traurig bei dem Gedanken. Denn einmal diese Richtung eingeschlagen, gibt es kein Zurück mehr und die Ursprünglichkeit ist unwiederbringlich zerstört.
      Für mich gehört es als Reisender dazu sich dem Land anzupassen und sich auch wie ein guter Gast zu verhalten. Wenn jemand mit den Gegebenheiten vor Ort nicht klar kommt, sollte er vielleicht woanders hin reisen, wo er sein gewohntes Essen und Umfeld vorfindet. Jeder, der ins Ausland und vor allem in Gebiete außerhalb der großen Metropolen reist, sollte nicht erwarten, dass man sich an seine Gewohnheiten anzupassen hat. Das Reisen ist doch gerade so faszinierend, weil man fremde Kulturen und ihre Lebensweise kennen lernt…

      Und es sollte vor allem selbstverständlich für die Touristikbranche sein, Menschen im Vorfeld umfassend zu informieren über die Kultur, auch zu sensibilisieren für Dinge, die schädlich oder zerstörerisch sind durch unser Verhalten.
      Viele Reisende machen es nicht mit böser Absicht, sie haben oftmals einfach nur nicht zu Ende gedacht…
      Hier sehe ich im Tourismus sowohl eine große Chance die Power zu haben etwas wirklich Gutes und Nachhaltiges zu schaffen oder zu unterstützen, jedoch auch die Gefahr genauso durch Profitgier und Rücksichtslosigkeit fremde Kulturen und die Natur unwiederbringlich zu zerstören. Beide zusammen, der Anbieter und der Reisende könnten zusammen großartiges erreichen im positiven Sinne…

      Offensichtlich stehe ich auf der Messe mit dieser Einstellung als Reiseveranstalter jedoch ziemlich alleine dar, denn die Reaktionen der Aussteller überraschen mich. Nicht wenige bedanken sich ausdrücklich für das Gespräch und sagen ganz offen, dass ich bisher die Einzige war, der Respekt und Nachhaltigkeit spürbar wichtig ist und nicht nur Gerede. Sie sind überrascht und glücklich, wenn ich Ihnen sage, dass es mir zum Beispiel nicht darum geht, sich auf den Tiger zu fokussieren (der gerade in Rajasthan ein Magnet für Reisende ist), sondern alle Lebewesen in diesem Nationalpark faszinierend und gleich wichtig sind und wie wichtig es ist, sich nicht auf Sichtungen zu fokussieren. Sondern dafür zu sensibilisieren dass sie frei leben und die Natur ihre eigenen Gesetze hat. Dies gehört für mich selbstverständlich zur Verantwortung dazu, um zu verhindern, dass beispielsweise der Druck für die Guides zunimmt den Gästen die Tiger auch wirklich zu zeigen. Die Folgen solchen Handelns kennen wir aus vielen anderen Ländern bei denen auf Safaris deshalb angefüttert wird, oder die Distanz unterschritten wird, in der sich die Tiere ungestört fühlen! Es ist kein Zoo, sondern die freie Natur mit freilebenden Tieren, bei denen es auch bedeuten kann, dass man sie nicht zu Gesicht bekommt.

      Ist es nicht gerade das, was es so intensiv und außergewöhnlich macht, wenn man einem Tier zufällig und auf freiwilliger Basis in seinem Lebensraum begegnet?!
      Wenn man Menschen aus einer anderen Kultur auf Augenhöhe gegenüber tritt und sich nicht erhöht, indem man meint, man tut ihnen etwas Gutes, wenn man ihnen ohne Gegenleistung Geld oder Süßigkeiten gibt?

      Auf der Messe traf ich einige gute Anbieter, die tolle Projekte unterstützen, wo es um echte Hilfe geht, die mit Würde und Respekt zu tun haben und die allesamt das Gleiche Ziel verfolgen: Vorausschauend, respektvoll und nachhaltig der Natur und den dort lebenden Menschen zu begegnen! Statt ihnen Almosen anzubieten, wirkliche Perspektiven aufzubauen!

      Auch wenn es noch ein weiter Weg ist, ich möchte dennoch daran glauben, dass sich vor allem kleine Reiseveranstalter, so wie ich, weiter durchsetzen und damit ein Zeichen setzen können, um zu zeigen, dass es gehen kann Naturschutz, Nachhaltigkeit und Respekt vor der anderen Kultur mit dem Tourismus positiv zu verbinden. Der Teilnehmer selbst trägt einen großen Anteil daran. Denn er entscheidet mit wem er verreist, welche Philosophie er unterstützen möchte und wie offen und respektvoll er wirklich ist. Kann er es akzeptieren im Nationalpark keine Wildtiere zu sehen? Oder macht er Druck unbedingt Tiere sehen zu wollen, fordert vielleicht sogar Geld zurück? Versteht er, dass er Menschen in den kleinen Dörfern zu würdelosen Bettlern macht, wenn er ihnen einfach so Geld oder Süßigkeiten gibt? Und der Müll durch die Süßigkeiten dann in den kleinen Dörfern zurück bleibt? Das es sich nicht gehört, Menschen ungefragt zu fotografieren?

      An den zwei Abenden stehen zwei besondere Ereignisse an. Einmal sind wir mit einer handverlesenen Gruppe eingeladen in die privaten Bereiche des Palastes vom Maharadscha von Jaipur und in einen wunderschönen Palast, der als Hotel dient. Die Einladung in den Palast war einer der ganz besonderen Momente. Wir durften durch das Tor fahren, durch das sonst nur der Maharadscha selbst in den Palast fährt. Er liegt mitten in der Stadt und hat beeindruckende Ausmaße. Empfangen werden wir von Reitern auf den Marwari-Pferden, die mit ihren Sichelohren einmalig auf der Welt sind, von zwei bunt bemalten Elefanten und ihren Mahuts sowie dem Personal des Maharadschas. Der Palast ist riesig, sehr prachtvoll und beeindruckend. Über einen langen Weg gehen wir vorbei an vielen Gebäuden, um in das Innere zu gelangen. Diverse Innenhöfe lassen den Reichtum erahnen, der sich hinter all diesen Mauern verbirgt. Oben auf einer offenen großen Terrasse werden wir von einer indischen Musikergruppe empfangen. Der Kronleuchter im angrenzenden Speisesaal zählt zu den prachtvollsten weltweit. Wir erleben traditionelle Tänze und werden aufgefordert mitzumachen. Ungleich ungeschickter bewegen wir uns neben den eleganten Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen. Doch es macht Spaß und zeigt unseren Respekt, indem man über seinen Schatten springt und sich nicht ziert. Danach werden wir ein Stockwerk tiefer in einen riesigen Innenhof geführt, hier erwartet uns ein indisches Büffet der Extraklasse. Es duftet nach exotischen Gewürzen und frisch gebackenem Brot. Diesen Abend werden wohl alle so schnell nicht wieder vergessen…

      Nach diesen anstrengenden, aber auch wunderschönen Tagen begeben wir uns nach der Messe in einer kleinen Gruppe von 7 Personen auf die Inforeise in den Nationalpark Ranthambore, die Heimat der Tiger und vieler anderer Tiere. Wir kommen aus vielen Nationen wie Neuseeland, Brasilien, Polen, Indien, Tschechien und Deutschland.

      Als erstes steht der Besuch des Amber Forts an. Schon von weiten gut zu erkennen, liegt diese prachtvolle Anlage oben auf einem Berg. Eine lange Karawane von Elefanten zieht den Berg herauf und herunter. Oben drauf Touristen, die sich tragen lassen. Unten im Ort herrscht emsiges Treiben. Viele Händler bieten den Touristen mehr oder weniger schöne Dinge zum Kauf an. Ich entscheide mich zusammen mit einem anderen Teilnehmer zu Fuß zum Amber Fort zu gehen. Die Elefanten sehen nicht glücklich aus. Sie müssen auf hartem Steinboden in brütender Hitze viele Touristen, darunter echte Schwergewichte, über viele Stunden am Tag tagtäglich hinauftragen. Viele haben Tränen in den Augen und ihre Blicke sind stumpf. Der Weg ist absolut machbar zu Fuß und daher völlig unnötig sich hoch tragen zu lassen. Wir entscheiden uns den gleichen Weg zu nehmen, den die Elefanten gehen. Es gibt auch einen typischen Fußgängerweg, doch zwischen den großen, sanften Tieren zu gehen, lässt uns noch deutlicher spüren, dass es eine gute Entwicklung ist, das darüber nachgedacht wird, dies zukünftig zu beenden. Wie kleine Ameisen bewegen wir uns zwischen ihnen. Es gibt nirgendwo eine Trinkstelle für die Elefanten, doch die Touristen auf ihrem Rücken lachen und freuen sich…

      Auch hier liegt die Verantwortung beim Reiseveranstalter seine Kunden dafür zu sensibilisieren dies nicht zu unterstützen. Das Fort ist wunderschön und unser Guide erzählt uns viel Wissenswertes. Danach besuchen wir ein Hotel, dass ebenfalls ein Palast ist. Es gehört einem reichen Inder, der Polopferde hat und wo die Möglichkeit besteht, in einem Wochenkurus in das Polospiel hinein schnuppern zu können. Seine Pferde leben auf großen Weiden und luftigen Boxen, mit Stolz zeigt er sie uns. Sie haben glänzendes Fell und führen ein gutes Leben. Das Gemüse für die Küche wird selbst angebaut.

      Am Abend erreichen wir über holperige Straßen und kleine Dörfer ein Fort in dem wir übernachten. Mir ist es sofort sehr sympathisch. Es hat nur nur 8 Gästezimmer und 4 wunderschöne Safarizelte mit eigenem Bad. Die Besitzer möchten es so klein halten, denn hier soll man in ungestörter Atmosphäre die Natur genießen können. So kann ich denn auch umgehend ein tolles Foto eines Kingfishers (Eisvogel) machen, der sich auf einem Zeltpfahl nieder gelassen hat. Unzählige Vögel sind zu beobachten und um das Fort leben Nilgauantilopen, Streifenhyänen und Goldschakale.

      Die zwei Aussichtsplattformen, verbunden durch eine begehbare Mauer bieten eine fantastische Aussicht über weite Ebenen und auf einen großen See. In einem der Plattformen befindet sich unter freiem Himmel ein Jacuzzi. Als ich mein Zimmer beziehe erlebe ich eine Überraschung. Direkt unter meinem Zimmer liegt im Schatten der Wand ein Goldschakal. Er fühlt sich ungestört und vorsichtig mache ich ein paar Bilder von ihm, bevor er aufsteht und zwischen den umliegenden Bäumen verschwindet. Dieser Ort ist wirklich magisch und gerne würde ich länger bleiben.

      Es ist ebenso für Vogel-, und Tierbeobachter fantastisch, wie für Menschen, die einfach nur entspannen möchten. Abends sitzen wir draußen, genießen das Essen und beschließen mit einem Whisky bei netten Gesprächen den Abend. Bevor ich schlafen gehe, setze ich mich auf die Dicke Mauer des Forts und habe das Glück drei Nilgauantilopen beobachten zu können. Nachts höre ich die Schakale und Eulen rufen. Die Sonne geht um 5:30 auf, daher bin ich bereits um kurz nach Fünf wieder auf den Beinen mit Fernglas und Kamera. Ich hoffe Streifenhyänen zu sehen, bevor sie sich für den Tag in die Berge zurück ziehen. Doch außer vielen Vögeln, ein paar Wasserbüffeln, einer freilaufenden Kuhherde und den Nilgauantilopen sehe ich sie nicht. Dafür beschert mir der Sonnenaufgang ein wunderschönes Foto.
      Eine Nilgauantilope steht direkt neben der aufgehenden Sonne, von einer kleinen Wolke berührt und bietet mir einen dieser seltenen Augenblicke in der Natur, für die es sich lohnt sich dafür einzusetzen, dass wir Menschen alles dran setzen sollten unsere Erde zu schützen!

      Am Morgen ist eine Bootstour auf dem See geplant. Mit zwei Jeeps fahren wir zum See. Dort holen uns zwei Ruderboote ab und gleiten mit uns gemächlich und ruhig an vielen Wasservögeln und einem Kuhhirten vorbei durch das Wasser. Die beiden Einheimischen verdienen sich damit ein zusätzlichen Einkommen. Der Fortbesitzer unterstützt zudem die lokale Schule in dem kleinen Dorf. Er hat in seinem Büro eine Box, in die jeder Gast Geld spenden kann. Davon kauft er warme Sachen für den Winter, Bücher und andere wichtige Dinge, die eine Dorfschule so braucht. Wir werden sie später auch besuchen. Das Ehepaar ist sehr engagiert, sie haben auch erreicht, dass ihre 65 Hektar, umliegend um das Fort, unangetastet bleiben, so dass hier viele Tiere eine sichere Heimat gefunden haben.

      Wir verabschieden uns und bevor es weiter Richtung Ranthambore geht, steht noch der Besuch der Dorfschule an. Auf dem Weg dorthin schäme ich mich zum ersten Mal so sehr, dass ich am liebsten durchsichtig werden möchte. Die Menschen im Dorf sind sehr freundlich, viele winken und lachen, Kinder laufen nebenher und albern herum. Ich sitze mit 3 weiteren Teilnehmern in einem offenen Jeep. Zwei davon fotografieren vor allem die Kinder und alles im Dorf, völlig ungeniert, wie in einem Zoo. Es wird weder gefragt, ob die Eltern das möchten, noch wird Rücksicht auf die Privatsphäre genommen. Als sie dann auch noch Schokolade in Alufolie und Plastik verpackt, aus dem Auto heraus zu den Kindern werfen (einige fallen zu Boden und Kinder beginnen das Streiten), kann ich kaum noch an mich halten. In die Box auf dem Fort, für das tolle Projekt, haben sie nichts hinein getan, doch hier fühlen sie sich wie ein König, der seine Untertanen begrüßt - für mich wirkt es arrogant und ohne Sensibilität. Und natürlich wird die Schokoladenverpackung einfach weggeworfen. Die Menschen hatten noch vor wenigen Jahren ausschließlich Naturprodukte in der Verwendung, diese einfach wegzuwerfen war kein Problem, doch mit der neuen Verpackung liegt diese jetzt mehrere hundert Jahre herum, bevor sie verrottet ist. Man kann es ihnen nicht vorwerfen, sie haben dieses Umweltbewusstsein noch nicht. Daher ist es unsere Verantwortung, so etwas nicht zu tun.

      Ich äußere mein Unbehagen und sage, dass ich mich gerade wie im Zoo fühle. Dabei frage ich sie, wie sie sich fühlen würden, wenn Fremde durch ihren Ort fahren und sie oder ihre Kinder einfach fotografieren würden, oder den Kindern Süßigkeiten geben.

      Einer sagt nachdenklich, dass ich Recht habe und er sich jetzt nicht mehr wohl fühlt, sie einfach so zu fotografieren, oder Schokolade zu verteilen. Doch der Andere antwortet, dass er entweder die Polizei rufen würde oder sogar zur Waffe greifen wenn jemand seine Kinder fotografiert, oder ihnen Süßigkeiten gäbe. Denn das ginge ja gar nicht. So etwas wäre absolut respektlos! Hier jedoch ist es ja eine andere Kultur und die freuen sich darüber. Aha, sage ich, woher er es denn wüsste, dass die Menschen es hier per se toll finden. Denn wenn das Bild erstmal gemacht wurde, hat der Fotografierte ja keine Wahl mehr und die Kinder schon gleich gar nicht.

      Er bleibt dabei, hier braucht man nicht fragen, sie wären sogar stolz, wenn man sie fotografiert, davon sei er überzeugt. Das sind für mich die Augenblicke, wo ich mich schäme, wenn sich selbst Reiseveranstalter so verhalten. Wie kann man dann von ihnen erwarten, dass sie einige Teilnehmer für mehr Respekt und Rücksichtnahme sensibilisieren?

      Die Schule ist ein kleines Gebäude mitten im Dorf, die Kinder haben schon Schulende, doch die Lehrer sind noch da und zeigen uns stolz das Klassenzimmer. Auf einmal lugen ein paar Kinder schüchtern um die Ecke. Doch schon bald tauen sie auf, lachen und winken uns hinterher. Anders als in Jaipur oder Delhi, wo sie als nächstes die Hand ausstrecken um zu betteln, sind diese Kinder sorglose kleine Menschen, die einfach nur neugierig auf uns Fremde sind.

      Bisher hat dieser Ort nur wenig Touristen gesehen, bleibt zu hoffen, dass die, die kommen, sie mit Respekt behandeln und dreimal nachdenken, bevor sie irgendwelche milden Gaben verteilen, weil es ihnen angeblich ja so schlecht geht…

      Die Zeit rennt und wir haben nur noch zwei Tage vor uns, bevor wir mit einem Zug zurück nach Delhi fahren. Die letzten beiden Tage sind dem Nationalpark gewidmet. Natürlich dreht sich alles um die Tiger, doch ich freue mich grundsätzlich darauf ihn zu besuchen und zu schauen, was die Natur uns zu bieten hat.

      Das Hotel ist abgelegen vom Ort, am Rand des Nationalparks. Ein ziemlich großer Nachbau eines alten Palastes. Auch hier ist es wie bei dem vorherigen Fort, umgeben von einer sehr hohen Steinmauer, doch man kann nicht auf der Mauer herumlaufen und für mich fühlt es sich ein bisschen wie ein Gefängnis an, wenngleich ein wunderschönes. Anderen geht es ähnlich. An diesem Tage haben wir nachmittags freie Zeit, bevor wir zum Abend hin uns weitere Unterkünfte und Lodges anschauen, die für spätere Touren interessant sein könnten.

      Ich setze mich in den Schatten der großen Parkanlage und beobachte die Affen, wie sie auf der hohen Mauer herumturnen. Viele Vögel nutzen die Wasserspiele und Brunnen, die überall angelegt sind zum trinken und baden. Bei 42° kein Wunder, dass jedes Lebewesen unnötige Anstrengungen vermeidet, oder das Wasser aufsucht. Das Fort zu verlassen ist auch keine gute Idee, da es inmitten einer steppenartigen Landschaft liegt, mit wenig Schatten.

      Die abendliche Tour zu zwei Lodges und einem Boutiquehotel entpuppen sich als schöne Möglichkeit zur Tierbeobachtung. Vom Hotel aus gibt es einen Aussichtsturm in den Nationalpark. Einen Tag zuvor haben Gäste einen Leoparden am Nachmittag von dort aus sehen können.

      Mein persönliches Highlight war jedoch eine Lodge, die von einem Mann gegründet wurde, der einst ein Trophäenjäger für Tiger war und sich später zu einem passionierten Natur-, und Tigerschützer wandelte.
      Diese Lodge war nicht nur architektonisch ein Augenschmaus, sondern vor allem gefiel mir die Philosophie. Die Safarizelte waren sehr schön gelegen, haben eine exzellente Qualität, sind liebevoll ausgestattet. Es gibt einen kleinen Pool, der sich in die Natur unauffällig einpasst und eine große Feuerstelle, um die am Abend alle sitzen können. Es wurde viel der dort typische Lehm verbaut und das Lodgehaus selber wirkte elegant und doch unaufdringlich in die Natur eingefügt. Regelmäßig werden Fotofallenbilder aufgehängt, welcher Tiger, Leopard, oder welches Tier auch immer an dem Camp vorbei gelaufen ist. Sie bieten regelmäßig Infoveranstaltungen zum Nationalpark und den Tigern an und sind aktiv in die Naturforschung des Nationalparks integriert.

      Das Wichtigste jedoch, es gibt keinen Zaun um das Lodge-Camp, weil sie sagen, die Tiere waren eher hier und wir werden ihnen nicht die Wege und Korridore abschneiden. Daher ist diese wunderschöne Camp-Lodge mit Sicherheit nichts für ängstliche Menschen, die zwar gerne in einem Safarizelt Urlaub möchten, aber dennoch möglicht abgeschirmt von Wildtieren sein möchten. Gerade das gefiel mir jedoch, der Mensch kam als Letzter hinzu und zeigt seinen Respekt, indem er die Wildtiere in ihrer Freiheit nicht beschneidet.

      Die zweite Lodge, bei er es einzelne Lodgehäuser gab, konnte man an einem See nahe am Ufer sitzen und ein 6 Meter langes Sumpfkrokodil mit seinen Jungen beobachten. Wir hören ihre Rufe nach der Mutter. Der Besitzer sagte uns, dass es nie zur Uferseite käme, wo die Häuser sind. Nur manchmal wandert sie ein paar Hundert Meter, um zu einem anderen See zu gelangen. Undenkbar in unserer Kultur, Seite an Seite friedlich mit einem großen Sumpfkrokodil zu leben.

      Am nächsten Morgen brechen wir mit zwei offenen Geländewagen auf, mit jeweils 4 Personen plus Naturforscher und Fahrer. Es geht in den Ranthambhore Nationalpark. Dieser Nationalpark misst 1.400 km², von denen circa 400 km² zu besichtigen sind. Berühmt für die bengalischen Tiger, die hier auch tagsüber gut zu beobachten sind. Doch auch Leoparden, Mungos, Sumpfkrokodile, Sambahirsche, Hulman-Affen, Hyänen, Schakale, Lippenbären, mehrere Antilopenarten, 250 Vogelarten und viele Tiere mehr haben hier ihre Heimat.

      Schon gleich zu Beginn sehen wir Hulman-Affen, Nilgauantilopen, einen Mungo, einen radschlagenden Pfau, ein großes Sumpfkrokodil und viele andere Tiere. Unser Naturführer kennt sich bestens aus und der Fahrer ist sehr erfahren auf den sandigen und steinigen Pisten. Wir sind 3,5 Stunden durch den Park gefahren. Ich habe es sehr genossen so viele Tiere beobachten zu können und diese abwechslungsreiche Landschaft erleben zu dürfen. Als wir im Hotel die anderen Teilnehmer treffen, die in einem anderen Gebiet unterwegs waren, erfahren wir, dass sie das Glück hatten einen Tiger sehen zu können. Am Nachmittag geht es in ein Gebiet, wo eine Tigerin mit ihren zwei fast erwachsenden Söhnen ihr Territorium hat. Sie wurden gerade erst gestern gesichtet.

      Diese Region ist vollkommen anders, viel trockener und wir sahen ganz andere Wildtiere: Indische Gazellen zum Beispiel. Irgendwann hielten wir an und unser Guide sagte, dass wir nun warten werden. Hier ist ihr Revier und sie hat es am Morgen verlassen, ihre Jungen sind hier irgendwo im Gebüsch. Mittlerweile haben sich weitere Geländewagen eingefunden, wir sind ca. mit 5 Fahrzeugen.

      Nach kurzer Zeit geht es plötzlich ganz schnell. Die drei Tiger tauchen an der linken Seite vom Auto auf und laufen circa 5 Meter vor dem Fahrzeug an uns vorbei. Ihre Geräusche lassen sich gut hören und als eines der Fahrzeuge näher kommen möchte, dreht sie sich um und faucht eindrucksvoll. Dann legen sie sich entspannt 20 Meter von uns entfernt ins Gras und beginnen zu dösen. Die Mutter rollt sich auf die andere Seite und einer ihrer Söhne setzt spielerisch zum Sprint auf ein paar Sambahirsche an, die in der Nähe stehen und sehr wachsam Warnrufe von sich geben. Doch sie wissen, sie sind derzeit nicht in Gefahr. Einzig ein Fahrzeug, voll besetzt mit zwei Familien mit teilweise sehr kleinen Kindern, trübt dieses Naturerlebnis. Sie sind extrem laut und kreischen  herum, auch als unser Guide darum bittet ruhiger zu sein, interessiert sie es nicht. Es sind diese typischen Touristen, die, so wie sie ein Foto im Kasten haben, gelangweilt sind und zum nächsten Spot möchten. Die Kinder waren mit ca. 3 -5 Jahren einfach zu klein, um zu verstehen, dass man in solchen Momenten ruhig sein sollte, um sowohl die Tiger, als auch die anderen Menschen nicht zu beeinträchtigen.
      Hier würde ich mir eine bessere Regulierung wünschen, vielleicht das Aufteilen von Familien und Naturfreunden, die nicht in dem selben Gebiet unterwegs sind.

      Eines der Geländewagen will dann auch den Tigern den Weg abschneiden und dichter ran. Wir sind Zeuge der Unterhaltung auf Hindu, die unser Guide mit diesem Fahrer hat. Am Ende gibt dieser Fahrer auf und bleibt stehen.
      Unser Guide erzählt dann später, dass es immer wieder Touristen gibt, die die Fahrer mit Geld bestechen wollen, um noch dichter an die Tiger heran zu fahren, oder Druck machen. Sie können zwar ihre Lizenz verlieren, wenn es Beschwerden darüber gibt, doch wo kein Kläger, da kein Angeklagter. Insofern hängt es auch hier vom verantwortungsvollen Verhalten der Gäste, des Naturguides in dem Fahrzeug und dem Fahrer selber ab sowie den anderen Guides, bei solchem Verhalten einzugreifen.

      Nach 30 Minuten sind wir nur noch mit drei Fahrzeugen, endlich ist es still und wir hören wieder wie die Tiger kommunizieren. Nach knapp einer Stunde stehen sie gemütlich auf und wandern Richtung Berge. Es war ein fantastisches Erlebnis freie bengalische Tiger erleben zu können.
      Auf dem Rückweg zum Hotel bläst mir die 42° heiße Luft ins Gesicht, doch ich genieße es. Um uns herum das vertraute Hupen in dem Ort, den wir gerade durchqueren. Ich kann es kaum glauben, dass dies eben real war. Ich erinnere mich an mein Dschungelbuch aus meiner Kindheit und sehe die Bilder vom Tiger Shir Khan vor meinem inneren Auge… Und gerade eben bin ich ihm persönlich begegnet…

      Unser letzter Abend ist gekommen, am nächsten Tag werden wir mit einem Zug zurück nach Delhi fahren. Wir haben Plätze in einem Abteil mit Air Condition gebucht. Die anderen Waggons haben einfach offene vergitterte Fenster und sind bis zum bersten voll besetzt.

      Unser Reiseleiter empfiehlt zügig einzusteigen, der Zug wartet nicht. Tatsächlich ist es ziemlich hektisch, jeder stürzt hinein und sucht nach seinem Platz. Sich durch zu schlängeln ist gar nicht so einfach mit dem Gepäck. Unsere Plätze sind besetzt, doch sie stehen sofort auf und wir sind froh sitzen zu können. Es ist wuselig und ständig gehen Leute durch die Waggons, die alles mögliche verkaufen. Vom Buch bis zum Chai Tee über Pizza ist alles zu haben.

      Delhi empfängt uns ebenso mit kuscheligen 41°. Am Abend bin ich mit einer weiteren Teilnehmerin und ihrem Sohn bei unserem Reiseleiter zu Hause eingeladen. Wir freuen uns sehr darüber. Schließlich hat er seine Familie länger nicht gesehen, um uns zu begleiten.

      Es ist ein schöner Abschluss dieser Tour. Seine Familie ist sehr nett und wir lernen seine Frau, ihre Mutter, die zwei Söhne sowie den 6 Monate alten Hund kennen, den einer der Söhne mit 10 Tagen auf der Straße gefunden hat. Max, so heißt er, hat sich prächtig entwickelt und ist zu einem vollwertigen Familienmitglied geworden. Der dritte Sohn sozusagen, wie uns unser Reiseleiter augenzwinkernd erzählt.

      Am nächsten Morgen bringt mich ein Fahrer zum Flughafen, er begleitet mich sogar bis zur Passkontrolle. Das machen sie mit allen Gästen, um sicher zu gehen, dass niemand den Flug verpasst. Überhaupt war die Reisebegleitung, der Service und die Organisation absolut spitze und hoch professionell.

      Gut zu wissen, denn so werden es auch meine Kunden erleben, wenn sie mit Perlenfänger auf Erkundungssafari nach Indien reisen - in ein faszinierendes Land voller Kontraste…

      Zu unseren Safaris in Indien geht es hier