Über Sabine Bengtsson

Portrait

Dank meiner Familie habe ich bereits als Kind die Natur und die Tiere, egal wie klein sie auch waren, beobachtet und geliebt. Ich war und bin bis heute von der Natur fasziniert. Je mehr ich verstehe, um so größer ist mein Respekt vor unserer Erde und all dem wie sie funktioniert.

 

Der Wunsch zu Reisen und mir die Welt anzusehen wurde im Laufe meines Lebens immer stärker. Ihn umzusetzen begann ich Mitte der 90-er Jahre, als ich den Schritt wagte alles zu verkaufen, mich von meiner Wohnung und meiner Arbeit zu trennen und nur mit einem Rucksack und einem Zelt für ein Jahr aufzumachen fremde Kontinente, gemeinsam mit meinem damaligen Freund, zu erkunden.

 

Uns interessierten vor allem die Wildnis, Naturvölker und die Wildtiere und zwar authentisch und ohne Manipulation. Das war manchmal gar nicht so leicht. Denn es wird sehr oft, im Tourismus und sogar auch in Nationakparks, eine Erwartungshaltung geschürt oder bedient mit dem Ziel Wildtiere zu sehen. So werden sie z.Bsp. angefüttert oder eingesperrt, nur damit Touristen ein Photo machen können.
Wir fanden immer, wirklich immer, egal wie mühsam es war, das “andere Echte”. Und wenn es daraus bestand “Nichts” also kein Wildtier zu sehen, so war es doch niemals langweilig oder weniger wert, im Gegenteil.

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Begegnung mit Walen in Alaska

Wildtiere werden nur solange geduldet, bis der Mensch das Land für seine wirtschaftlich gewinnbringenderen Nutztiere verwendet. Dann wird das Wildtier zum Konkurrenten und Feind. Selbst Wildpferde, Wildesel, Wölfe und Wildhunde, denen wir viel zu verdanken haben und dessen zahme Nachkommen überall auf der Welt geliebt und für wichtige Dienste nach wie vor den Menschen dienen.

 

Zuvor hatten wir uns darüber in dieser Form auch schon Gedanken gemacht, doch es mit eigenen Augen zu erleben, ist noch einmal etwas ganz anderes. Die Argumentation Wildpferde wären schließlich keine heimischen Tiere in Neuseeland oder Australien, daher zerstören sie das Land, konnten wir nur bedingt nachvollziehen, denn auch Schafe oder Rinder gehörten ursprünglich nicht dorthin. Doch solange sie uns Menschen den wirtschaftlichen Nutzen bringen, sind das für uns Menschen keine Eindringlinge in ein fremdes Habitat. Uns beschlich ein ungutes Gefühl wie hier argumentiert wird, wer überleben darf und wer nicht. Denn schon seit Angebinn unseres Planeten haben sich Arten, auch wir Menschen, auf Wanderungen begeben und neue Landschaften erobert. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze wer überlebt und dies bis jetzt ganz gut ohne uns gelöst, wie ich finde.

 

Wir fragten uns: Wer sind wir, das wir auf so eine kurze Zeitspanne von wenigen Menschengenerationen meinen zu wissen, welches Lebewesen überleben darf, zumal sich wilde Pferde erfolgreich in der fremden Umgebung ansiedelten. Und nicht nur das, auch heute noch bringen wir Tiere und Pflanzen an Orte wo sie eigentlich nicht hingehören, nur damit sie uns wirtschaftlich dienen oder im Garten als Exoten erfreuen.  Wir formen unsere Umwelt mehr als jede andere Kreatur und finden das völlig in Ordnung. Doch wenn sich dann diese fremden Arten erfolgreich etablieren, sie jedoch irgendwann nicht mehr in unser Konzept passen, möchten wir sie wieder loswerden. Das Thema begann mich zu interessieren und so nahmen wir Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen auf die sich ebenfalls damit beschäftigten. Wir kamen auch ins Gespräch mit Naturvölkern und deren Sicht auf diese Dinge… Kurzum: Es war eine extrem spannende, vielschichtige Weltreise!

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Begegnung mit einem Frosch in Australien

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Begegnung mit Grizzleys in Alaska

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Ambra, eine Berger Picard Hündin, 14,5 Jahre ein Team mit Sabine Bengtsson

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Begegnung mit Wildpferden in Portugal

Diese Art des Reisens hat mich nachhaltig geprägt und bestärkt in der Philosophie von Perlenfänger. Denn Wildtieren, der Natur und fremden Kulturen mit Respekt und Würde zu begegnen sowie große Freude und Dankbarkeit über zufällige Begegnungen in der Natur zu empfinden, sind für mich unbezahlbar und so viel mehr Wert, als jede gesicherte Wildtierbegegnung an einem Anfütterungsplatz wo sie zu würdelosen Bettlern gemacht werden, oder beschämt Naturvölkern beim Folkloretanz zusehen zu müssen, bei der sie seelenlos ihre Traditionen zeigen um zu überleben.

 

Meine Faszination und Leidenschaft, die sich auf dieser Reise unbeabsichtigt besonders auf Wildpferde, Wildesel, Wölfe und Wildhunde ausweitete, hatte ich mehreren, zufälligen Tier-Begegnungen in der Wildnis und mit außergewöhnlichen Menschen zu verdanken. Sie waren sogar Anstoß der späteren Gründung von Perlenfänger.

 

Es fing auf dieser Weltreise in Neuseeland an. Wir sahen eine Unterschriftenliste vor einem Geschäft gegen den Abschuß der Kaimanawa-Wildpferde. Wir kontaktierten den verantwortlichen Biologen und saßen bereits am nächsten Tag in seiner Küche. Er berichtete uns von den wilden Pferden die sich seit 250 Jahren erfolgreich in der Wildnis behaupteten, nachdem die Siedler sie einfach laufen ließen, als sie sie nicht mehr benötigten. Einst gebraucht um das Land zu erobern, wurden sie nun zu Futterkonkurrenten der jetzt aus Menschensicht “wirtschaftlich wertvolleren” Nutztiere wie Schafe und Rinder und sollten daher abgeschossen werden.

 

Die Maoris, die daran glauben, dass Familenmitglieder auch als Tier wiedergeboren werden können, hatten sie längst als Neuankömmling Neuseelands akzeptiert. Sie waren gegen die Erschießung. Mit Erstaunen und Entsetzen kamen wir dort zum ersten Mal mit einer Ambivalenz unserer westlichen Kultur in Kontakt, die sich wie ein roter Faden durch unsere Weltreise ziehen sollte.

 

Überall trafen wir auf Menschen, die ihre Hauspferde achten und schätzen, jedoch kein Problem damit haben die verwilderten Vorfahren abzuschießen. Ebenso verhielt es sich mit den Vorfahren der Hunde, den Wölfen und Wildhunden. Nachwievor leisten ihre domestizierten Verwandten einen unschätzbaren Dienst beim Hüten, Jagen,Bewachen u.v.m. Doch sowie sich seine Urahnen wie Wildhunde, Wölfe oder Coyoten zeigen, werden auch sie immer noch sehr oft gnadenlos gejagt.  Als Haustier geliebt- als wilder Verwandter gehasst! Wir stießen fast überall auf dieses Verhalten von uns Menschen. Gerade die europäischen Eroberer bekleckerten sich dabei nicht mit Ruhm.

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Schlüsselbegegnung mit einem Wildpferd in Australien

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Begegnung mit Coyoten in den USA

Spätestens jedoch als wir in Australien mitten im Outback im Nirgendwo auf eine kleine Herde von drei Wildpferden trafen und einer von ihnen, nicht wie sonst vor den Menschen floh, sondern einfach auf mich zu kam und mir dabei direkt in die Augen sah oder wir in Alaska unverhofft ein Rudel Wölfe aus nächster Nähe beobachteten, wußte ich, dass ich noch viel tiefer eintauchen möchte in die Natur, das Leben von Wildpferden, Wölfen, all den anderen Wildtieren und dem ambivalenten Verhältnis von uns Menschen dazu.

 

Eine zufällige, respektvolle Begegnung in der freien Natur mit wilden Tieren ist nachwievor für mich das Spannendste was es gibt. Doch sie ist kein Selbstzweck, kein Ziel.

 

Sich allein in ihrem Lebensraum aufzuhalten, respektvoll und wie ein guter Gast, ist genauso spannend und unvergesslich. Wir Menschen schätzen und schützen eher das was wir kennen oder lieben. Daher ist es mir vor einer Tour wichtig, dass die Teilnehmern verstehen, dass keine Erwartungshaltung zu haben Tiere zu sehen, ein echter Pluspunkt ist und nicht das Geben von Garantien Wildtiere zu sehen…

 

 

Denn nur so können wir mit Menschen authentisch und respektvoll in die Natur gehen. Wir geben viel lieber das Versprechen über unsere Leidenschaft, Begeisterung und unser Wissen, unseren Teil dazu beizutragen für ein besseres Miteinander und Verständnis von Mensch, Natur und (Wild)Tier.

 

Wir inititieren oder unterstützen ebenso Projekte, die sich für den Lebensraum-, & Arterhalt  von wilden Pferden, Eseln, Wildhunden, Wölfen oder anderen Wildtieren einsetzen.

 

Ich bin dankbar auf meinen vielen Reisen Menschen und Tieren begegnet zu sein, die mir unabsichtlich oder wissentlich Impulse gaben, meine Philosophie für Perlenfänger zu entwickeln die Menschen mit der Natur in Berührung bringt, die von Respekt, Authentizität und Verständnis geprägt ist. Dadurch traf und treffe ich auf Menschen die dies mit mir teilen und somit auch eine wichtige Säule bei Perlenfänger darstellen. Die Reaktionen unserer Tour-Teilnehmer geben mir zusätzlich den Beweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

 

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass unser Funke der Begeisterung von meinen Partnern und mir für unseren faszinierenden, vielfältigen Planeten mit all seinen kleinen und großen Bewohnern und all den Naturwundern, über unsere Touren, auf die Menschen überspringt – für ein verständnivolleres, respektvolleres und friedlicheres Miteinander von Mensch und Natur! Jeder von uns hat die Möglichkeit seinen kleinen Teil dazu beizutragen, wenn Euch unserer gefällt, begleitet uns gerne auf unseren faszinierenden Touren auf Augenhöhe mit wilden Tieren und der Natur, oder unterstützt unsere Projekte…

 

“Am Ende des Lebens zählen unsere Taten, weniger unsere Worte, die wir darüber verloren haben…” (Das ist mein Lebensmotto)

 

Eure Sabine Bengtsson

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Bei einer japanischen Bärenschutzorganisation - Begegnung mit einem Biologen und seinem karelischen Bärenhund beim freilassen eines Schwarzbären!