+49 (0) 4156 – 818 662 kontakt@perlenfaenger.com

      Copyright: Fotos Peter Sürth und Sabine Bengtsson und Text Sabine Bengtsson

       

      Wandertour mit dem Wildtiermanagementbiologen Peter Sürth in den Wäldern von Rumänien´s Karpaten…

      Eine Reise nach Rumänien ist wie eine spannende Zeitreise in unsere Vergangenheit.
      Können wir durch das Vorbild Rumänien wieder lernen mit Wölfen, Bären und Luchsen zu leben?

      Die erste Etappe meiner Tour nach Rumänien führt zunächst zum Flughafen nach Bukarest. Dort gelandet, werden wir in Empfang genommen von einem meiner Kooperationspartner Peter Sürth aus Süddeutschland, einem anerkannten Wildtiermanagement-Biologen für große Beutegreifer wie den Wolf, den Bär oder den Luchs. Wir, das sind insgesamt 3 Reiseteilnehmer und ich als Tourorganisatorin, werden die nächsten 8 Tage gemeinsam mit Peter auf Wanderexkursionen in verschiedene Gebiete der Karpaten gehen. Dabei lernen wir  die Tierspuren zu erkennen, schauen uns die ^Losungen und Markierungen der Wildtiere genau an; dabei lernen wir ganz nebenbei etwas über das Zusammenleben der Rumänen mit den großen Beutegreifern. Fotofallen zeigen auf, welche Wildtiere den Weg gekreuzt haben.

      Ich bin davon überzeugt, dass wenn das Herz eines Menschen berührt wird und er dazu außergewöhnliche Informationen erhält, ist dies langfristig der beste Schutz für die Natur und ihre Bewohner.
      Und wo sonst, als in der Natur selbst spüren wir hautnah die Einmaligkeit und Faszination unserer Erde?!

      Vor uns liegen ca. 160 km Fahrt auf einfacher Strasse zum Fuße der Karpaten nach Siebenbürgen, das sagenumwobene Transsylvanien oder die Walachei. In einer rumänischen Pension werden wir die nächsten 8 Tage übernachten und verpflegt. Von dort aus geht es täglich in 15-20 km Wanderungen zu verschiedenen Gebieten, um nach Wolfs-, Bären-, oder anderen Wildtierspuren zu suchen oder mit viel Glück vielleicht sogar dem einen oder anderen Tier zu begegnen. Doch das entscheidet ganz allein die Natur!

      Rumänien wird hierzulande in den Medien oft in ein schlechtes Licht gerückt, doch schon die Fahrt nach Zarnesti lässt deutlich werden, wie einseitig diese Betrachtungsweise für dieses faszinierende, wunderschöne Land mit seinen freundlichen und offenen Menschen ist.

      Peter hat insgesamt ca. 11 Jahre dort an einem Wildtierforschungsprojekt für Wölfe, Bären und Luchse gearbeitet und hält sich jedes Jahr mehrere Wochen in Rumänien auf.
      Er ist ein wirklicher Kenner des Landes mit seiner Kultur, Tradition, Denkweise sowie von Wölfen, Bären und Luchsen.

      Gemütlich geht es durch kleine Dörfer und Städte, überall sieht man freilaufende Tiere, die keineswegs gequält oder abgemagert aussehen. Ganz im Gegenteil.
      Schäfer laufen zusammen mit ihrer Herde, begleitet von einem Rudel Hunde und manchmal mit freilaufenden Eseln, die den Proviant tragen.

      Eine andere Welt, auf Anhieb sympathisch und einladend, um mehr von ihr zu erfahren.

      Als wir die Pension betreten, erwarten uns Gigi und Elena, die Pensionsbesitzer. Es gibt ein leckeres 3-Gänge Menü rumänischer Küche mit überwiegend selbstproduzierten Lebensmitteln, alles hausgemacht.

      Am nächsten Morgen nach einem reichhaltigen Frühstück und gepacktem Lunchpaket, brechen wir auf ins erste Gebiet.

      Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir einen Parkplatz am Waldrand.
      Wir brauchen nicht lange suchen bis wir die ersten Bärenspuren finden.
      Spätestens hier wird jedem von uns bewusst wie nah die Menschen und die großen Beutgreifer in Rumänien Seite an Seite leben.

      Peter erklärt uns, dass der europäische Braunbär, anders als seine Verwandten in Übersee, seit Jahrhunderten an den Menschen gewöhnt ist und daher sehr viel gutmütiger und gelassener bei Begegnungen reagiert.

      Auch für die Menschen ist es etwas Selbstverständliches und niemand würde auf die Idee kommen deshalb nicht in den Wald zu gehen oder seine Kinder nicht alleine im Wald spielen zu lassen.
      Wolf & Co ist dort so selbstverständlich wie Wildschweine bei uns. Ihretwegen würde auch niemand den Wald meiden, obwohl sie gefährlich werden können.

      Ich ahne, wie viel wir von diesem Land lernen können!

      Die Tage vergehen wie im Fluge auf den Wanderungen durch Wildnis, jahrhunderte alte Urwälder oder Siedlungsgebieten, in denen sich ebenfalls viele Wildtiere aufhalten.
      Wir begegnen einem Steinadler, der sich über unseren Köpfen in den Himmel empor schraubt ebenso wie vielen anderen Wildtieren oder frischen Losungen und Spuren von Wölfen, Bären, Luchsen, Dachsen, Mardern, Rehen, Hirschen und Wildschweinen.
      Das Gefühl durch einen Wald zu wandern, in dem all diese Tiere leben ist überwältigend und ein einmaliges Erlebnis.

      Es ist eine abwechslungsreiche Reise zu Europa´s großen Beutegreifern in einer alten landwirtschaftlich geprägten Kultur mit betörender Landschaft und herzlichen Menschen.
      Peter verbindet auf eine einzigartige Art und Weise Wandern, Kultur und Wildtierbeobachtung mit all den spannenden Aspekten des Zusammenlebens von Menschen und Beutegreifern.

      Zum Schluss möchte ich mich ihm anschließen und ihn zitieren:

      “Wenn wir mit Wildtieren zusammen leben wollen, müssen wir den Lebensraum in unseren Köpfen und um uns herum schaffen. Dazu sollten wir unseren geistigen Horizont stets erweitern!“

      Herzliche Grüße
      Sabine Bengtsson